Alles begann vor vielen, vielen Jahren, in der guten alten Zeit. Damals war ich ca. 17 Jahre alt. Petra, eine Bekannte die nun schon lange nicht mehr gesehen habe, sagen damals zu mir: “Michi passt nicht zu Dir, wir müssen uns für Dich einen anderen Spitznamen einfallen lassen”
Danach wurde es recht ruhig um das Thema Spitzname, bis zu einem denkwürdigen Tag, als meine damalige Clique sich irgendwo versammelte um den Film Spaceballs anzusehen. Für die Minderheit aller Leser, die Spaceballs nicht kennen, nur soviel: Der Film ist Kult, also ab in die Videothek und ausleihen…

In diesem Film kommt eine Szene vor, in der ein großes haariges Tier, dass trotz minderer Intelligenz ein Raumschiff steuert, repariert und sonst noch allerlei Unfug treibt, sagt: “Ich bin ein Möter, halb Mensch halb Köter.” Diesen Ausspruch fanden wir damlas so witzig, dass er uns zu einer Lachsalve reizte. Es ging schließlich soweit, das alle Nachnamen verunstaltet wurden. Es gab Föter, Göter, Köter (wie treffend), Tröter, Bröter und eben auch den Pöter, von meinem Nachnamen Peter. Halb Peter, halb Köter eben.
Der Großteil unserer Clique fand das richtig gut.. Ich nicht, ganz im Gegenteil eigentlich. Aber wie das Gruppendynamisch so ist, die Masse macht’s. Es vergingen nur wenige Tage, dann war aus dem Pöter ein Pöti geworden und dieser blieb haften.
Okay, wenn die eigenen Freunde so etwas sagen, in Ordnung. Irgendwo ist es ja auch lieb gemeint. Die Clique sagte also Pöti und der Rest der Welt blieb nach wie vor beim guten alten Michael Peter.
Unsere Clique hatte sich damals aus einer Jugendgruppe unserer katholischen Pfarrei St. Josef in Lindau - Reutin gebildet. Alle von uns arbeiteten auch ehrenamtlich in der Jugendarbeit dort mit. Sie leiteten Jugendgruppen, veranstalteten Hütten- und Ferienfreizeiten, Ausflüge, Jugendgottesdienste, rauschende Feste und dergleichen mehr. Außerdem waren wir eigentlich immer überall dabei. So kam es, dass sich der Spitzname Pöti in unserer Jugend recht schnell verbreitete und so auch die Eltern der Jugendlichen, Gemeindereferenten, Pfarrer und irgendwann den ganzen Rest erreichte. Nun war ich für die ganze Pfarrei nur noch Pöti. Meine Mutter muss heute noch manche Gemeindemitglieder darüber aufklären, dass hinter dem Pöti ihr Sohn Michael steckt.

Der etwas böse Beigeschmacks des Köters, der meinem Spitznamen anhaftete, war irgendwann verschwunden. Selbst die Clique musste angestrengt überlegen, wie man denn auf Pöti gekommen war. Bald hatte auch ich den Namen lieb gewonnen, war er doch einzigartig, ungewöhnlich, witzig und irgendwie spritzig, ganz wie ich zur damaligen Zeit eben. In dieser Zeit entstand der Pöti - Wurm. Angefangen hat es wohl in einer der etwas langweiligeren Schulstunden in der Berufsschule und mit der Zeit wurde er perfektioniert…
Als er so weit war, dass er mir der Wurm gefiel, übte ich mich darin ihn zu zeichnen. Bald verwandelte ich ihn in eine Art Unterschrift, die ich unter jedes Papier setzte, das ich für die Jugendarbeit verfasste. Frei nach dem Motto: Wo der Pöti - Wurm drauf ist, steckt Pöti drin.
Die Zeit tat ihr übriges und so wurde der Wurm zu meinem ganz persönlichen Markenzeichen….
Nun blieb es natürlich nicht einfach dabei, dass ich Pöti für die Leute in der Pfarrei war, nein Pöti breitete sich aus. Nur mal so zwei Beispiele:
Ich besuchte des Öfteren Seminare unserer Regionalstelle für kirchliche Jugendarbeit. Natürlich ging nicht nur ich aus unserer Pfarrei dort hin, sondern noch einige andere. Nachdem man auf solchen Seminaren, immer recht viele liebe Menschen trifft, mit denen man sich gut versteht, habe ich mit der Zeit in diesem Kreis sehr gute Freundschaften geschlossen, wie z.B. mit Sigrid, Petra, Manze, Uli und Ralf. Nur um mal einige zu nennen. Nachdem dort auch Jugendliche aus meiner Pfarrei sind, hat sich der Name Pöti auch in diesem Kreis ausgebreitet…
Als anderes Beispiel kann ich Euch von der Narrenzunft Lindau erzählen, in der ich Mitglied bin. Dort sind natürlich auch Jugendliche unserer Pfarrei und wie könnte es anders sein, mittlerweile bin ich für die ganze Zunft Pöti.

Irgendwann begann für mich, als Computerfreak, auch die Zeit des Internets. Nach den Zeiten von BTX und Datex-J (was eigentlich dasselbe war), brach der Internet-Boom an. Nachdem im Internet ein ö natürlich nicht gerade günstig ist, wandelte sich Pöti zu Poeti. Zuerst nur als E-Mail Adresse, schließlich entstand die erste recht schlichte und einfache Page, namens Pöti’s Homepage. Das muss 1996 gewesen sein, meine ersten Gehversuche mit HTML sind heute noch (Mai 2003) in Resten bei meinem ehemaligen Provider W-4 zu sehen (http://www4.w-4.de/~poeti/). Im Laufe der Zeit entwickelte es sich immer weiter, bis ich mich entschloss, meinem Wurm eine virtuelle Heimat zu geben. Pöti’s Page, mit dem Untertitel: “Die Heimat des Wurms.” Was sich aus dieser Heimat des Wurms in Zukunft noch entwickeln wird, nun ja, da bin ich selbst sehr gespannt…
So hat sich das im Laufe der Zeit mit dem Wurm alles ergeben. Er und der Name sind zu einem wichtigen Teil von mir geworden und eigentlich nicht mehr weg zu denken. Wobei ich auch sagen muss, sehr gute Freunde, meine Verwandten und meine Freundin, sagen Michael zu mir. Scheinbar ist Pöti eben nur ein Teil von mir und ich habe noch andere Seiten, zu denen Pöti nicht passt. Vielleicht ist auch Michael in meinem Fall wieder zu etwas besonderem geworden, wer weiß.
Ich hoffe, mit diesem Text habe ich alle Eure Fragen bezüglich des Pöti oder Poeti genüge getan….